Die Magie des Sounds im Video

Dezember 16, 2020

Haben Sie schon mal ein Video angeschaut, bei dem Sie das Gefühl hatten, dass etwas fehlt, Sie aber nicht genau wussten, was es ist? Die Chancen stehen gut, dass die Schuld beim Sound lag.

Wir sind es aus Filmen, Serien und Werbung gewohnt einen erste-Klasse-Sound zu hören, der uns unterbewusst beeinflusst, den wir aber aktiv nicht wirklich wahrnehmen. Wir haben die Grundschritte zusammengefasst, worauf Sie achten sollten, um einen erste-Klasse Sound hinzubekommen.

Behind the Scenes „Der kleine Cowboy“

1. Alles beginnt bei der Aufnahme

Bei der Tonaufnahme während des Drehs empfehlen wir den Ton gesondert von der Kamera aufzunehmen. Aus dem einfachen Grund, weil Sie mit dem Mikrofon besser an die Quelle des Tones, den Sie aufnehmen wollen, drankommen.

Nehmen Sie originale Ambiente-Sounds auf. Wenn Sie ein Ansteck- oder ein Richtmikrofon verwenden, kann es nämlich sein, dass Sie den gesprochenen Ton klar aufgenommen haben, sich die Hintergrundgeräusche aber unnatürlich leise und gefiltert anhören. Wenn Sie Ambiente-Töne aufgenommen haben, dann können Sie diese ganz einfach in der Postproduktion hinzufügen, ohne auf (selten perfekte) Stock-Samples zurückgreifen zu müssen.

2. Sound-Effekte in der Postproduktion

Wenn Sie das erste Mal realisieren, wie wenig des finalen Sounds effektiv aufgenommen wird, dann können Sie es zunächst kaum glauben: Die Tür, die quietscht, das Teller, das runterfällt, die Dusche, die angemacht wird, die Autotür, die sich schließt. Das alles sind in den meisten Fällen Toneffekte, die in der Nachbearbeitung hinzugefügt werden. Der Grund dafür: So können Sie in der Tonmischung besser angepasst werden.

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3. Raum kreieren durch den Ton

Kreieren Sie in der Postproduktion einen Raum: Holen Sie durch das Anordnen der Töne in der Postproduktion das meiste heraus: Wenn z.B. das Auto im Bild von Links nach rechts fährt, dann sollte sich das auch im Ton wiederfinden. Der Ton sollte im besten Fall auch ohne Bild im Stande sein die Dynamiken und die Geschichte des Videos / Films zu erzählen.

Standartmäßig genügt eine gute Stereomischung. Wenn Sie einen Spot ins Kino schicken wollen, dann kann sich eine Dolby 5.1 Mischung auszahlen – durch sie kommt der Ton Ihres Spots nämlich von den Boxen, die im ganzen Saal verteilt sind. Viele Werbespots sind lediglich in Stereo – das heißt im Kino sind nur die Boxen links und rechts der Leinwand aktiv –bei Kinowerbung können Sie deshalb durch einen 5.1 Sound herausstechen.

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4. Testen Sie die Endmischung

Die Endmischung muss unbedingt an das Endgerät, auf dem Ihre Audience das Video zu sehen bekommt angepasst sein. Es kann nämlich sein, dass sich der Ton auf den Studio-Boxen richtig toll anhört, auf dem Handy – wo er angeschaut werden soll – versteht man nicht wirklich was. Um das zu vermeiden funktioniert nur eines: Testen und verbessern. So lange, bis der Ton auf allen Endgeräten genauso klingt, wie er soll. Mit zunehmender Erfahrung weiß der Tonmischer auch schon genau was er tun muss, damit der Ton auf einem Smartphone gut klingt…

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