Videoproduktion – was steckt dahinter?

Dezember 23, 2020

Jeder von uns schaut täglich viele Minuten Videos oder Filme, ohne zu wissen, was eigentlich dahinter steckt. Wir stellen anhand eines fiktiven Fallbeispiels dar, was alles hinter einer Videoproduktion steckt.

Photo by William Iven on Unsplash

Schritt 1: Das Angebot und ein Konzept erstellen

Ein Kunde, nennen wir ihn Max, ruft bei uns an. Er braucht für sein Unternehmen einen 60-Sekündigen Werbespot, der sich an junge Familien richtet. Der Anlass warum er jetzt eine Verkaufsaktion starten möchte: Bald beginnt das neue Jahr. Gleichzeitig gibt er uns maximal Budget an, das nicht überschritten werden darf.

Wir recherchieren und vergleichen die Daten und Ideen verschiedener Mitbewerber von Max, sowie derer die ein ähnliches Produkt oder eine ähnliche Zielgruppe haben und schauen: Was hat in Vergangenheit gut funktioniert? Daraufhin entwickeln wir mehrere Vorschläge, bei denen unsere Erfahrungswerte und die Vorgaben von Max einfließen. 

Max bekommt von uns ein Angebot mit mehreren Ideen für Videos und die jeweilige detaillierte Aufstellung der Kosten zugeschickt.

Max wählt sich den Vorschlag aus, der ihm am besten gefällt, unterschreibt den Vertrag, in dem der Preis, die Deadline und alle urheberrechtlichen Belange geregelt sind. Der Auftrag gegeben.

Photo by Sigmund on Unsplash

Schritt 2: Die Vorproduktion

Wir arbeiten die Idee, für die sich Max entschieden hat aus, schreiben ein Drehbuch, zeichnen ein Storyboard und machen einen Breakdown – das ist eine Auflistung mit allem, was wir zum Drehen brauchen.

Anschließend suchen wir nach den für das Projekt und Budget richtigen Schlüsselfiguren hinter und vor der Kamera. Diese schlagen wir Max vor, der dann das OK gibt. Wir kontaktieren die Schlüsselfiguren und legen einen (oder bei Bedarf mehrere) Drehtage fest, buchen die passende Location und organisieren, sobald das Datum steht, den Rest der Crew und des Casts.

Gleichzeitig besorgen wir in der Phase der Vorproduktion alle notwendigen Props, kümmern uns darum, dass die Kostüme sitzen und die Locations wie gewünscht eingerichtet sind – wir schauen kurz gesagt, dass alles, was wir im Breakdown aufgeschrieben haben passt, damit der Dreh reibungslos ablaufen kann.

Behind the Scenes – „Der kleine Cowboy“

Schritt 3: Der Dreh

Heißt meist sehr früh aufstehen, kurz checken ob alles passt und dann (für uns) als erste am Set sein. Es gibt eine jede Menge Listen, die der Organisation dienen: So gibt es die Call-Liste, bei der vermerkt ist, wann jeder am Set eintreffen muss, wann der Schauspieler in die Maske muss und wann er drehfertig zu sein hat. Dann gibt es den Drehplan, bei dem jede einzelne Einstellung und jedes Umstellen eines Lichtes vermerkt ist. Das ist für den Dreh eines Werbespots unbedingt notwendig, weil so wertvolle Zeit (und dementsprechend auch Geld) eingespart werden kann.

Uns geht alles auf: 12 Stunden nach Eintreffen am Set, haben wir den Werbespot für Max im Kasten, 3 Sicherheitskopien sind gemacht und befinden sich an unterschiedlichen Orten – man kann nie sicher genug sein.

Wir spendieren eine Runde Feierabend-Bier für alle, die am Werbespot mitgearbeitet haben und geben Max Bescheid, dass alle Aufnahmen für seinen Werbespot im Kasten sind und alles gut gelaufen ist. 

Bild von TheArkow auf Pixabay 

Schritt 4: Die Postproduktion

Wir haben vom Drehtag 250 GB Filmmaterial, das jetzt gesichtet werden muss. Der erste Schritt der Postproduktion ist simpel: Die guten Takes von den schlechten trennen und die Ausschnitte auswählen, die man jeweils im Bild haben will.

Anschließend wird ein Rohschnitt erstellt. Das ist ein grober Schnitt, der ein erstes Gefühl für das Timing und Feeling des Spots vermittelt. Wenn wir mit dem Rohschnitt zufrieden sind, dann kommt alles andere dazu, das den Spot zum Spot macht: Der Bildschnitt wird verfeinert, es kommen Colorgrading (die Farbkorrektur) und eventuell VFX (Bildeffekte z.B. Explosionen) dazu, Soundeffekte werden eingefügt, ein Soundtrack erstellt, und zu guter Letzt werden all diese Elemente in der Endmischung zusammengesetzt.

Max hat in diesem Moment von seinem Spot noch nichts gesehen. Ihm wird ein Resultat erst präsentiert, wenn wir selbst zufrieden und stolz auf unsere Arbeit sind.

Wir präsentieren Max seinen Werbespot. Max gefällt das Ganze sehr gut. Er hat noch ein paar Verbesserungsvorschläge und würde gernen einen etwas satteren Look haben, aber ansonsten ist er begeistert. Diese kleinen Änderungen werden noch eingearbeitet und der fertige Werbespot wird abgegeben.

Das sind die vier Schritte, die einer erfolgreichen Videoproduktion zu Grunde liegen. Lime betreut seine Kunden auch über die reine Videoproduktion hinaus und arbeitet bei der erfolgreichen Vermarktung des Videos mit – aber dieser Vorgang fällt nicht mehr unter den Bereich Videoproduktion.

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