Werben auf Social Media

Social Media ist aus dem Marketing-Mix kleiner Unternehmen, die online präsent sein wollen, nicht mehr wegzudenken. Bei falschen Einschätzungen und falschen Maßnahmen kann ein Unternehmen mit Social Media Werbung viel Geld in den Sand setzen. Damit das nicht passiert, geben wir hier einen Einblick in den Social-Dschungel.

Wie Social Media im Marketing einer Organisation sinnvoll eingesetzt wird, hängt von mehreren Komponenten ab, die individuell zu bewerten sind. Ist das Unternehmen im B2B oder im B2C tätig? Ist das Unternehmen im Online-Handel tätig? Ganz vereinfacht lässt sich Social-Media-Marketing in zwei Schienen teilen, von denen ein Unternehmen nur eine oder auch beide fahren kann. Das eine ist bezahlte Werbung und das andere Content-Marketing, wobei hier das Augenmerk auf den Inhalten und dem Aufbau einer Followerschaft und nicht auf dem direkten Verkauf liegt.

Bezahlte Werbung

Der Name ist Programm. Hier geht es darum Ads (also Werbeschaltungen) zu kreieren und vor allem darum, die Zielgruppe und das Budget richtig festzulegen. Facebook Advertiser bietet die Möglichkeiten Ads nach verschiedenen Resultaten auszurichten. Der Werbetreibende kann die Reichweite (die Anzahl der Personen, denen die Schaltung gezeigt wurde), die Impressionen (die Anzahl der Ansichten der Schaltung – mit Mehrfachzählung bei denselben Personen) oder die Klicks (die Klicks auf den Ad) als Maßstab festlegen. Damit konzentriert sich Facebook auf das erzielen der bestmöglichen Resultate in der ausgewählten Kategorie.

Bezahlte Werbung auf Facebook bietet große Möglichkeiten, weil sie (noch!) recht billig ist und die Preise durch den Corona Virus extrem zurückgegangen sind. Trotzdem sollte nichts überstürzt werden, um das Risiko sein Werbebudget zu vernichten zu minimieren.

Es gilt hier immer am Anfang mit verhältnismäßig kleinen Budgets herauszufinden, was tatsächlich funktioniert und vor allem, was am besten funktioniert, um die eigenen Ziele zu erreichen. Daraus entwickelt sich die Strategie.

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Zum digitalen Verkauf

Wenn Sie online handeln ist Social Media Marketing eine reine Rechensache: Wichtig ist, dass Sie hier Conversion Ads schalten und Ihre Marge relativ hoch ist. Am besten verdeutlichen lässt sich das Ganze durch ein plakatives Beispiel: Sie verkaufen Handyhüllen über einen eigenen Online-Shop. Ihre Marge liegt bei 60% auf den Verkaufspreis. Durch geschicktes erstellen von Custom-Audiences schaffen Sie es einen Return-on-Ad-Spend (ROAS) von 4 zu erreichen, das heißt für jeden Euro den Sie in Ads investieren, verkaufen Sie Produkte für 4 Euro. Sie investieren 25€ in Werbung, es werden Produkte für 100€ eingekauft, bei der Marge von 60% beträgt Ihr Gewinn, abzüglich der Werbeinvestition 35€. Das Ganze ist natürlich nach oben skalierbar, indem die Werbeinvestition erhöht wird, mit fortlaufender Zeit immer mehr Daten über die Performance der Kampagnen gesammelt werden und die einzelnen Kampagnen so immer weiter perfektioniert werden können.

Das, was neben dem Content hinter erfolgreichem Social Media Marketing steht, ist das richtige Targeting. Wenn Sie hier auf Facebook Custom Audience zurückgreifen, können Sie z.B. eine Werbeanzeige nur den Leuten zeigen, die schon auf Ihrer Webseite waren und so ein Interesse für Ihr Produkt gezeigt haben. Um den ROAS möglichst zu vergrößern, ist es wichtig, dass Sie laufende Kampagnen regelmäßig überprüfen, um bei Anomalien in der Performance manuell das Targeting ändern zu können und die Conversions so zu steigern. Ob sich das Ganze auszahlt oder nicht, ist dann nur mehr eine reine Mathematik. Hier ist es wichtig dazuzusagen: Pay-Per-Click (PPC) zahlt sich nicht für jeden online-Shop aus.

Content Marketing

Auf Content Marketing sind wir bereits in einem anderen Artikel eingegangen. Zusammenfassend geht es bei Content Marketing immer um den Inhalt, der sich u.a. über Social Media hervorragend verbreiten lässt. Das Ziel ist es durch gute Inhalte, die informieren, unterhalten oder beides, eine Fanbase für das eigene Unternehmen aufzubauen. So lässt sich über die Zeit eine organische Reichweite aufbauen, was langfristig nachhaltiger und profitabler ist, als PPC. Es bedarf aber auch viel Arbeit einen Kanal und eine Followerschaft aufzubauen.

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Welche Inhalte eine Organisation teilen sollte, hängt davon ab, was sie macht. Wir empfehlen hier nicht nur Content zu vertreiben, der unmittelbar mit dem Produkt oder dem Unternehmen zusammenhängt, sondern auch indirekte Verbindungen zu suchen und weiterführende Infos, die nicht in direktem Zusammenhang mit der eigenen Organisation stehen zu verbreiten. So werden die Inhalte auf Ihren Social Kanälen für eine größere Gruppe interessant. 

Das Wichtigste beim Content Marketing über Social Media ist, dass die Zielgruppe einen Mehrwert durch das bloße Like oder Follow erhält. So entsteht eine Beziehung zwischen Unternehmen und Follower, die sich aufbaut und festigt.

Der große Nachteil im Vergleich zu PPC ist, dass es relativ viel Zeit braucht, einen gut-funktionierenden Kanal aufzubauen, der echtes Inbound-Marketing ermöglicht und somit einen realen materiellen Gegenwert bringt. Zum Beschleunigen des Aufbaus können auch Reichweite-Ads geschaltet werden – einfach um schneller mehr Leute zu erreichen.

Diese Art von Social Media Marketing ist im Grunde für jedes Unternehmen sinnvoll. Ob sich der Unternehmer selbst mit dem Social Media Management beschäftigen sollte, oder ob es sich auszahlt, eine Marketingagentur damit zu beauftragen ist wieder individuell zu beurteilen.

Fazit

Wir empfehlen jedem Unternehmen, vor allem denjenigen, die im B2C tätig sind, ergänzend zur Webseite eine Social Media Präsenz aufzubauen. Wir legen jedem Content Marketing ans Herz, weil das die eindeutig nachhaltigere Marketingstrategie als PPC ist – um es in wirtschaftliche Termini zu fassen: PPC is a liability, Content Marketing is an asset. Bei PPC wird der Werbeplatz gemietet, bei Content Marketing erstellt man einen eigenen. Im PPC steigen die Preise, im Content Marketing steigt die eigene Reichweite.

Stand Mai 2020 ist aber auch ein guter Zeitpunkt, um PPC zu betreiben, weil die Preise durch Corona schlagartig gesunken sind und sich recht hohe ROAS feststellen lassen. Wie zukunftssicher PPC ist, kann man allerdings nicht sagen. Wir gehen davon aus, dass die Preise innerhalb der nächsten 10 Jahre stark steigen werden, weil sich die Marketing-Budgets großer Konzerne zunehmend hin zu Social Media bewegen. Das könnte zur Folge haben, dass sich PPC für die allermeisten Unternehmen nicht mehr auszahlt.

Sollten Sie weitere Fragen zum Thema Social Media Marketing haben, kontaktieren Sie uns, wir beraten Sie gerne!